"Dass dir ein Fuchs nachläuft wohin du willst. Bestreiche eine Katze mit Honig, stecke sie an einen Spieß und brate sie im Feuer. Binde die Gebratene an einen Strick und schleife sie über Feld und Wald. Man kann auf zwei Seiten Tellereisen einbetten, oder bei gutem Wind mit der Flinte den Fuchs von einem verblendeten Stand aus erlegen." (E. Kieferle - Niederjagdfangeisen - um 1850.) Mein Großvater wandte diese Methode der Fuchsjagd noch an - Reminiszenz an meine engste Heimat, die nach Fuchsschmalz und Verwitterungsmittel gerochen hat, zu der Geweihauskochen und ein mit Arsen präparierter Fischreiher gehören und auch die Erinnerung daran wie sich mein Großvater alle paar Wochen mit dem Rasiermesser, halblaut fluchend am Diwan kauernd, Schrotkugeln aus dem Bein schnitt, die er sich sich bei einem Jagdunfall, Jahre vorher, selbst ins Bein geschossen hatte.
© 2006 Hannes Weinberger
Winterspuren von Waldmäusen, die zwischen Schneedecke und Erdboden ihr Winterheim haben, das jedes Jahr aufs neue gebaut werden muss und vom ersten Gras zerstört wird. Verlorene Heimat - jedes Jahr wieder. Thomas Walch hätte viel zu malen.
© 2005 Hannes Weinberger
© 2006 Hannes Weinberger
Der südeuropäische Mückenelefant
Wurden noch bis in die frühe Neuzeit hinein afrikanische Waldelefanten und deren indische Verwandte für Kriegszwecke verwendet und hatten nicht zuletzt wegen deren mangelnden Aggressivität kaum einen durchschlagenden Erfolg verzeichnen können, so brachte die Züchtung des Mückenelefanten kriegsführenden Parteien ungeheure Vorteile.
Die in Form und Größe an Baumstümpfe erinnernden Füße an turmhohen Beinen trugen einen verhältnismäßig kleinen, nur hundegroßen Körper, der wenig Angriffsfläche bot, jedoch durch sein Gesamterscheinungsbild Furcht und Schrecken verbreitete. Mit weit ausgreifenden Pendelbewegungen der massigen, häufig bandagierten oder auch durch Panzer geschützten Füße bahnte sich der Mückenelefant auf seinen Stelzenbeinen, Verwüstung hinterlassend und vernichtende Breschen schlagend, seinen Weg durch die gegnerischen Heerscharen und schaffte den nachfolgenden Fußsoldaten Raum.
Der Greifsaugrüssel hatte die ursprüngliche Funktion verloren, jedoch die Größe beibehalten und sich zu einem Organ gewandelt, das fähig war, giftige Schleimsekrete als zäh klebende, das Atmen behindernde, stinkende Bomben in die feindlichen Scharen zu schleudern, was auf Zurufe der Elefantenführer zielgerichtet vonstatten ging. Gelang es, die gegnerische Heerführung mit der schleimigen Rotzbrühe zu treffen und damit handlungsunfähig zu machen, war die Schlacht meist entschieden.
Auch die Aufgabe der Ohren hatte sich gewandelt. War ihnen früher eine temperaturausgleichende Funktion zugekommen, so benötigte der nunmehr kleine Körper des Mückenelefanten kein solches Organ mehr. Die ehemals riesigen Hautfächer waren zu kleinen, sehr beweglichen, borstenbesetzten Schwirrstummeln geschrumpft, die grelle Sirrgeräusche erzeugten und damit die Panik beim Auftauchen dieses Tieres mehrten. Jedoch waren auch die Mückenelefanten selbst gegen Geräusche empfindlich. Mit öl übergossene und angezündete, sodann in die Reihen der Angreifer getriebene Schweine verwirrten die Elefanten mit ihrem Gequieke derart, dass sie für Kommandos nicht mehr empfänglich waren und sogar gegen die eigenen Leute mit Ungestüm vorgingen.
Ihr Ende fanden diese Kampfelefanten bei den Scharmützeln nahe den Sümpfen von Klützewitz. In großer Anzahl waren weitum Krähenfüße ausgesäht worden, in die die Elefanten steigen und sich verletzen sollten. Die drei letzten Bullen ihrer Art fanden auf diese Weise ein unrühmliches Ende. Schwere Verletzungen an den Füßen hatten sie wild und orientierungslos in den Sumpf geraten lassen, wo sie schlussendlich ums Leben gekommen waren.
Das hier gezeigte Exponat konnte geborgen und konserviert werden und ist der einzige Hinweis auf die ehemalige Existenz dieser einzigartigen Tiere.
© 2006 Hannes Weinberger
© 2006 Hannes Weinberger
© 2007 Hannes Weinberger
© 2006 Hannes Weinberger
© 2006 Hannes Weinberger
Die Mamelukken des 13.Jh. entfernten Tauben die Kopffedern und färbten die Kopfhaut schwarz ein. Damit überbrachte die Brieftaube schlechte Nachrichten von Feldzügen, während mit Safran eingefärbte Tauben Siegesmeldungen signalisierten.
© 2006 Hannes Weinberger
© 2006 Hannes Weinberger
Im Laufe der Jahrhunderte eigneten sich die Islandpferde die Eigenschaft an, Fische aus seichtem Wasser mit den Vorderhufen herauszuschlagen und zu verspeisen. Das sind aber nicht die einzigen Huftiere, die ein solches Verhalten aufweisen - der Polarforscher Rasmussen berichtete von stockfischfressenden Schafen in Grönland, desgleichen füttern sibirische Eingeborenenstämme ihre Rentiere im Winter mit gefrorenem Fisch.
© 2006 Hannes Weinberger
Die in einen mit Nüssen gefüllten und geschlossenen Drahtbehälter gelangte Maus hat ihren Lebensmittelvorrat aufgebraucht und ist verhungert.
© 2006 Hannes Weinberger
Kann der Käfer die Notenlinien zu Steighilfen umfunktionieren ohne Gefahr zu laufen gefressen zu werden?
© 2005 Hannes Weinberger
Das Schällemätteli in Basel erinnert an das „Schellenhaus“, das frühere Gefängnis im ausgedienten Predigerkloster, das etwas näher zum Stadtzentrum stand. Der Bau des Schällemätteli von 1864 bedeutete eine Reform im Strafvollzug. Davon zeugt, dass die neue Haftanstalt unter hygienischen Verbesserungen für damalige Zeiten großzügig auf dem frei gewordenen „Mätteli“ des St. Johann angelegt wurde. Ende August 2004 schlossen sich die Tore, jedoch wird nach einer Renovierung eine erneute Wiedereröffnung in Betracht gezogen.
© 2005 Hannes Weinberger
Im Gegensatz zu den gewöhnlich milden Wintern im Süden Englands lag das Monatsmittel der Temperatur im Februar 1855 um 5 Grad unter dem langjährigen Wert und betrug nur minus 1.4 Grad. Daher konnte sich in diesem Monat auch an der Küste von Devonshire eine geschlossene Schneedecke halten und offenbarte unerklärliche Spuren. Auf einer Länge von 120km fanden sich in schnurgerader Line im Neuschnee Abdrücke ähnlich dem eines Pferdehufes - die einzelnen Trittsiegel in gleichbleibendem Abstand von 21cm - über hohe Gartenmauern, durch Abflussrohre, über Häusergiebel und durch Heustadel hindurch verlaufend. Die Wissenschaft der damaligen Zeit versuchte dieses Phänomen auf unterschiedlichste Weise zu erklären, erbrachte aber kein zufriedenstellendes Ergebnis. Im 20. Jahrhundert wurde dieses Ereignis erneut aufgegriffen. Naturforscher, aber auch Ufologen und Esoteriker bemächtigten sich dieses Themas und interpretierten viele, teilweise krause Ideen in die Spuren von Devonshire.
© 2005 Hannes Weinberger
Vom späten 16.Jh. an wurden auf den Galapagosinseln von Conquistadores und Seeräubern Ziegen ausgesetzt um bei späteren Fahrten als Proviant zu dienen. Die Ziegen vermehrten sich, verwilderten und schädigten die autochthone Pflanzenwelt, was weitreichende negative Folgen für die einheimische Tierwelt hatte. Vor etwa 15 Jahren wurde begonnen die Ziegen abzuschießen um die Natur wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen - ein unmögliches Unterfangen. Erst als einige Ziegen eingefangen, an den Hörnern leuchtend rot markiert und mit einem Sender versehen, wieder in die Freiheit entlassen wurden, begann sich ein Erfolg abzuzeichnen. Ziegen schließen sich als Herdentiere stets zusammen und können mit einem Peilsender geortet und auch abgeschossen werden, wobei die markierte - eben die „Judasziege“ - stets geschont wurde um weitere verwilderte Ziegen anzulocken. Auf diese Weise sind schon mehrere Inseln des Archipels ziegenfrei geworden.
© 2005 Hannes Weinberger
Das Nomadenvolk der Tsartan in der inneren Mongolei findet seine Heimat im jeweiligen heiligen Ren, das zu jeder Sippe gehört. Im Traum erscheint dem Sippenältesten das Tier, das zum heiligen Ren gekürt werden soll und alles Unbill von der Sippe abwendet. Das heilige Ren darf weder geritten noch als Zugtier verwendet werden, wird bestens genährt und lebt bis zu seinem natürlichen Ende. Im Initiationsritus wird dem Ren eine Schale mit Milch auf den Rücken gestellt - dreimal umrundet es die Jurte - wobei die Milchschale mit der Öffnung zur Erde zu Boden fallen soll. Die Tsartan sind durch Industrialisierung und beginnende intensive Nutzung ihrer angestammten Weideflächen im Aussterben begriffen.
© 2006 Hannes Weinberger
gani gohat
gschtengat
fechan fungan
fingelfort
hane hätz
hanoster
schofle schundboin
schuntarei
vamamsn vaschawan
biwan brechln
patronallen
hettelleutschucker
gstradi
© 2005 Hannes Weinberger
Kormorane fangen für japanische Fischer die Meerestiere, ohne sie schlucken zu können, da den Kormoranen ein Halsring angelegt ist.
© 2004 Hannes Weinberger
© 2007 Hannes Weinberger
© 2007 Hannes Weinberger
Den ganzen Sommer über hatte die Tarnung dem Wurm in der Zebraherde Schutz vor Raubtieren gewährt, bevor er durch einen unachtsamen Huftritt sein Leben beenden musste.
© 2008 Hannes Weinberger
© 2007 Hannes Weinberger
© 2007 Hannes Weinberger
© 2007 Hannes Weinberger
© 2007 Hannes Weinberger
© 2011 Hannes Weinberger
© 2008 Hannes Weinberger
© 2006 Hannes Weinberger
Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
© 2009 Hannes Weinberger
Die Aufrufe der Tierschützer hatte auch das Weißwursttier zu Gehör bekommen, war sich nun der Gefahr bewusst, gefressen zu werden und hielt sich im hinteren Bereich der Kaufhausregale versteckt. Zusätzlich versuchte es durch eine Tarnung als Giftraupe das Ablaufdatum zu überschreiten, was nicht längerfristig von Erfolg gekrönt war. Nach Wochen im Verborgenen wurde es entdeckt, neu bezettelt und seinem Ende zugeführt.
© 2009 Hannes Weinberger
Die Fischwanderer
Als die Schlammspringer begonnen hatten das Wasser zu verlassen und ihre Flossen als Beine gebrauchten, folgten ihnen andere Fische nach. Auch sie wollten in der wärmenden Sonne ihre ständig nasse Haut trocknen, geruhsam nach Heuschrecken und Fliegen schnappen und am Rücken liegend den Wolken nachschauen. Nicht nach dem in der Meeresströmung wogenden Seegras stand den Fischen der Sinn, sondern nach duftendem und dem vom Wind bewegten hohen Gras im Schatten eines Baumes.
So auch die Lachse. Unzählige waren auf ihren althergebrachten Wegen vom Meer zum Oberlauf der Flüsse den vielfältigen Gefahren zum Opfer gefallen. Gingen die einen in der Meeresbrandung zugrunde, endeten andere im Rachen größerer Fische, zappelten hilflos in Fischernetzen oder an der Angelschnur um schlußendlich, aufwändig zubereitet, als Delikatesse verspeist zu werden.
Um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden, ergreifen mehr und mehr Lachse den Wanderstab und wählen ihren Weg über Land. Kaum je von einem Menschen erblickt, ziehen sie nachts, meiden Ortschaften wie auch belebte Straßen und ruhen tagsüber. Streunenden Hunden und Katzen begegnen sie wehrhaft mit ihrem Stock, vor Füchsen wissen sie sich inzwischen geschickt zu verstecken und den Hufen grasendem Weideviehs weichen sie aus.
Die Strategie macht sich bereits bezahlt – im gleichen Maße wie in den Netzen der Fischer der Fang abnimmt, erhöht sich die Anzahl der Lachse und läßt sie zuversichtlich in die Zukunft blicken.
© 2009 Hannes Weinberger
Auch ohne
Zutun
überklingt
die Leier
kläffende Mänaden.
© 2009 Hannes Weinberger
© 2009 Hannes Weinberger
Nicht nur
krumm
auch gerade
glatt und bunt
zeigt sich
erkannt die Irrwurz
© 2010 Hannes Weinberger
Wem von den Dreien gehört das Cis?
Wohin ist es verschwunden?
Muss es auch Nahrung zu sich nehmen?
Welche Ausmaße hat das Cis?
Ob man/frau es riechen kann?
Kann das Cis einer Funktionsstörung unterliegen?
Wurde der Gencode des Cis bereits zum Patent angemeldet?
Wie schmeckt ein erhaschtes Cis?
Fortpflanzung der Cisse?
Kann sich das Ciswesen selbst hören?
Agiert das Ciswesen nach menschlich, ethischen Gesichtspunkten?
Wie bewegt sich das Cis fort?
Könnte das Cis wieder zum Ursprung zurückkehren?
Unterliegt das Cis der Schwerkraft?
Inwieweit gleicht ein Cis dem anderen? Können Cisse zusammenprallen?
Ist ein einzelnes Cis teilbar?
Kann das Cis andere Himmelskörper erreichen?
Gibt es gute und auch böse Cisse?
Ist das Cis von organisch, biologischen Funktionen bestimmt?
Unterstützen sich Cisse gegenseitig?
Ob ein Cis seine Umgebung wahrnehmen kann?
© 2009 Hannes Weinberger
© 2010 Hannes Weinberger
© 2005 Hannes Weinberger
Nachdem der Gartenzwerg als Hüter von Haus und Garten wegen seines kleinbürgerlichen Geruches und des eigenen gehobenen Lebensstiles und zunehmend anspruchvolleren Gartenkultur in Ungnade gefallen war, wurde man auf der Suche nach neuen Adorabilitäten in Form der dekorativen Buddhafiguren fündig. In verschiedenen Formen in jeder Buddha-Devotionalien-Abteilung der Baumärkte leicht zu erstehen, kann damit die auf All Inclusive-Reisen nach Fernost erworbene Weltoffenheit dezent-zurückhaltend mit Nonchalance zur Schau gestellt werden.
Mein Bildstock bietet die Möglichkeit, ohne Anstrengung und je nach Belieben und Tagesverfassung, sich auf Fernost oder biedere Heimatromantik einzustellen – auch sehr zu empfehlen, wenn intellektuell nicht definierter Besuch angesagt ist.
Hannes Weinberger, Nauders, 19. Juli 2013
© 2011 Hannes Weinberger
Pensionsversicherungsanstalt Innsbruck
© 2011 Hannes Weinberger
© 2011 Hannes Weinberger
© 2010 Hannes Weinberger
© 2011 Hannes Weinberger
© 2011 Hannes Weinberger
Die goldgehörnte Gams der Saligen ist unter eine Lawine gekommen und wurde am Inn angeschwemmt
© 2011 Hannes Weinberger
Nachdem der Gartenzwerg als Hüter von Haus und Garten wegen seines kleinbürgerlichen Geruches und des eigenen gehobenen Lebensstiles und zunehmend anspruchvolleren Gartenkultur in Ungnade gefallen war, wurde man auf der Suche nach neuen Adorabilitäten in Form der dekorativen Buddhafiguren fündig. In verschiedenen Formen in jeder Buddha-Devotionalien-Abteilung der Baumärkte leicht zu erstehen, kann damit die auf All Inclusive-Reisen nach Fernost erworbene Weltoffenheit dezent-zurückhaltend mit Nonchalance zur Schau gestellt werden.
Mein Bildstock bietet die Möglichkeit, ohne Anstrengung und je nach Belieben und Tagesverfassung, sich auf Fernost oder biedere Heimatromantik einzustellen – auch sehr zu empfehlen, wenn intellektuell nicht definierter Besuch angesagt ist.
Hannes Weinberger, Nauders, 19. Juli 2013
© 2013 Hannes Weinberger

"Dass dir ein Fuchs nachläuft wohin du willst. Bestreiche eine Katze mit Honig, stecke sie an einen Spieß und brate sie im Feuer. Binde die Gebratene an einen Strick und schleife sie über Feld und Wald. Man kann auf zwei Seiten Tellereisen einbetten, oder bei gutem Wind mit der Flinte den Fuchs von einem verblendeten Stand aus erlegen." (E. Kieferle - Niederjagdfangeisen - um 1850.) Mein Großvater wandte diese Methode der Fuchsjagd noch an - Reminiszenz an meine engste Heimat, die nach Fuchsschmalz und Verwitterungsmittel gerochen hat, zu der Geweihauskochen und ein mit Arsen präparierter Fischreiher gehören und auch die Erinnerung daran wie sich mein Großvater alle paar Wochen mit dem Rasiermesser, halblaut fluchend am Diwan kauernd, Schrotkugeln aus dem Bein schnitt, die er sich sich bei einem Jagdunfall, Jahre vorher, selbst ins Bein geschossen hatte.
© 2006 Hannes Weinberger
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Winterspuren von Waldmäusen, die zwischen Schneedecke und Erdboden ihr Winterheim haben, das jedes Jahr aufs neue gebaut werden muss und vom ersten Gras zerstört wird. Verlorene Heimat - jedes Jahr wieder. Thomas Walch hätte viel zu malen.
© 2005 Hannes Weinberger
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Der südeuropäische Mückenelefant
Wurden noch bis in die frühe Neuzeit hinein afrikanische Waldelefanten und deren indische Verwandte für Kriegszwecke verwendet und hatten nicht zuletzt wegen deren mangelnden Aggressivität kaum einen durchschlagenden Erfolg verzeichnen können, so brachte die Züchtung des Mückenelefanten kriegsführenden Parteien ungeheure Vorteile.
Die in Form und Größe an Baumstümpfe erinnernden Füße an turmhohen Beinen trugen einen verhältnismäßig kleinen, nur hundegroßen Körper, der wenig Angriffsfläche bot, jedoch durch sein Gesamterscheinungsbild Furcht und Schrecken verbreitete. Mit weit ausgreifenden Pendelbewegungen der massigen, häufig bandagierten oder auch durch Panzer geschützten Füße bahnte sich der Mückenelefant auf seinen Stelzenbeinen, Verwüstung hinterlassend und vernichtende Breschen schlagend, seinen Weg durch die gegnerischen Heerscharen und schaffte den nachfolgenden Fußsoldaten Raum.
Der Greifsaugrüssel hatte die ursprüngliche Funktion verloren, jedoch die Größe beibehalten und sich zu einem Organ gewandelt, das fähig war, giftige Schleimsekrete als zäh klebende, das Atmen behindernde, stinkende Bomben in die feindlichen Scharen zu schleudern, was auf Zurufe der Elefantenführer zielgerichtet vonstatten ging. Gelang es, die gegnerische Heerführung mit der schleimigen Rotzbrühe zu treffen und damit handlungsunfähig zu machen, war die Schlacht meist entschieden.
Auch die Aufgabe der Ohren hatte sich gewandelt. War ihnen früher eine temperaturausgleichende Funktion zugekommen, so benötigte der nunmehr kleine Körper des Mückenelefanten kein solches Organ mehr. Die ehemals riesigen Hautfächer waren zu kleinen, sehr beweglichen, borstenbesetzten Schwirrstummeln geschrumpft, die grelle Sirrgeräusche erzeugten und damit die Panik beim Auftauchen dieses Tieres mehrten. Jedoch waren auch die Mückenelefanten selbst gegen Geräusche empfindlich. Mit öl übergossene und angezündete, sodann in die Reihen der Angreifer getriebene Schweine verwirrten die Elefanten mit ihrem Gequieke derart, dass sie für Kommandos nicht mehr empfänglich waren und sogar gegen die eigenen Leute mit Ungestüm vorgingen.
Ihr Ende fanden diese Kampfelefanten bei den Scharmützeln nahe den Sümpfen von Klützewitz. In großer Anzahl waren weitum Krähenfüße ausgesäht worden, in die die Elefanten steigen und sich verletzen sollten. Die drei letzten Bullen ihrer Art fanden auf diese Weise ein unrühmliches Ende. Schwere Verletzungen an den Füßen hatten sie wild und orientierungslos in den Sumpf geraten lassen, wo sie schlussendlich ums Leben gekommen waren.
Das hier gezeigte Exponat konnte geborgen und konserviert werden und ist der einzige Hinweis auf die ehemalige Existenz dieser einzigartigen Tiere.
© 2006 Hannes Weinberger
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Die Mamelukken des 13.Jh. entfernten Tauben die Kopffedern und färbten die Kopfhaut schwarz ein. Damit überbrachte die Brieftaube schlechte Nachrichten von Feldzügen, während mit Safran eingefärbte Tauben Siegesmeldungen signalisierten.
© 2006 Hannes Weinberger
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Im Laufe der Jahrhunderte eigneten sich die Islandpferde die Eigenschaft an, Fische aus seichtem Wasser mit den Vorderhufen herauszuschlagen und zu verspeisen. Das sind aber nicht die einzigen Huftiere, die ein solches Verhalten aufweisen - der Polarforscher Rasmussen berichtete von stockfischfressenden Schafen in Grönland, desgleichen füttern sibirische Eingeborenenstämme ihre Rentiere im Winter mit gefrorenem Fisch.
© 2006 Hannes Weinberger
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Die in einen mit Nüssen gefüllten und geschlossenen Drahtbehälter gelangte Maus hat ihren Lebensmittelvorrat aufgebraucht und ist verhungert.
© 2006 Hannes Weinberger
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Kann der Käfer die Notenlinien zu Steighilfen umfunktionieren ohne Gefahr zu laufen gefressen zu werden?
© 2005 Hannes Weinberger
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Das Schällemätteli in Basel erinnert an das „Schellenhaus“, das frühere Gefängnis im ausgedienten Predigerkloster, das etwas näher zum Stadtzentrum stand. Der Bau des Schällemätteli von 1864 bedeutete eine Reform im Strafvollzug. Davon zeugt, dass die neue Haftanstalt unter hygienischen Verbesserungen für damalige Zeiten großzügig auf dem frei gewordenen „Mätteli“ des St. Johann angelegt wurde. Ende August 2004 schlossen sich die Tore, jedoch wird nach einer Renovierung eine erneute Wiedereröffnung in Betracht gezogen.
© 2005 Hannes Weinberger
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Im Gegensatz zu den gewöhnlich milden Wintern im Süden Englands lag das Monatsmittel der Temperatur im Februar 1855 um 5 Grad unter dem langjährigen Wert und betrug nur minus 1.4 Grad. Daher konnte sich in diesem Monat auch an der Küste von Devonshire eine geschlossene Schneedecke halten und offenbarte unerklärliche Spuren. Auf einer Länge von 120km fanden sich in schnurgerader Line im Neuschnee Abdrücke ähnlich dem eines Pferdehufes - die einzelnen Trittsiegel in gleichbleibendem Abstand von 21cm - über hohe Gartenmauern, durch Abflussrohre, über Häusergiebel und durch Heustadel hindurch verlaufend. Die Wissenschaft der damaligen Zeit versuchte dieses Phänomen auf unterschiedlichste Weise zu erklären, erbrachte aber kein zufriedenstellendes Ergebnis. Im 20. Jahrhundert wurde dieses Ereignis erneut aufgegriffen. Naturforscher, aber auch Ufologen und Esoteriker bemächtigten sich dieses Themas und interpretierten viele, teilweise krause Ideen in die Spuren von Devonshire.
© 2005 Hannes Weinberger
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Vom späten 16.Jh. an wurden auf den Galapagosinseln von Conquistadores und Seeräubern Ziegen ausgesetzt um bei späteren Fahrten als Proviant zu dienen. Die Ziegen vermehrten sich, verwilderten und schädigten die autochthone Pflanzenwelt, was weitreichende negative Folgen für die einheimische Tierwelt hatte. Vor etwa 15 Jahren wurde begonnen die Ziegen abzuschießen um die Natur wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen - ein unmögliches Unterfangen. Erst als einige Ziegen eingefangen, an den Hörnern leuchtend rot markiert und mit einem Sender versehen, wieder in die Freiheit entlassen wurden, begann sich ein Erfolg abzuzeichnen. Ziegen schließen sich als Herdentiere stets zusammen und können mit einem Peilsender geortet und auch abgeschossen werden, wobei die markierte - eben die „Judasziege“ - stets geschont wurde um weitere verwilderte Ziegen anzulocken. Auf diese Weise sind schon mehrere Inseln des Archipels ziegenfrei geworden.
© 2005 Hannes Weinberger
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Das Nomadenvolk der Tsartan in der inneren Mongolei findet seine Heimat im jeweiligen heiligen Ren, das zu jeder Sippe gehört. Im Traum erscheint dem Sippenältesten das Tier, das zum heiligen Ren gekürt werden soll und alles Unbill von der Sippe abwendet. Das heilige Ren darf weder geritten noch als Zugtier verwendet werden, wird bestens genährt und lebt bis zu seinem natürlichen Ende. Im Initiationsritus wird dem Ren eine Schale mit Milch auf den Rücken gestellt - dreimal umrundet es die Jurte - wobei die Milchschale mit der Öffnung zur Erde zu Boden fallen soll. Die Tsartan sind durch Industrialisierung und beginnende intensive Nutzung ihrer angestammten Weideflächen im Aussterben begriffen.
© 2006 Hannes Weinberger
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gschtengat
fechan fungan
fingelfort
hane hätz
hanoster
schofle schundboin
schuntarei
vamamsn vaschawan
biwan brechln
patronallen
hettelleutschucker
gstradi
© 2005 Hannes Weinberger
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Kormorane fangen für japanische Fischer die Meerestiere, ohne sie schlucken zu können, da den Kormoranen ein Halsring angelegt ist.
© 2004 Hannes Weinberger
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Den ganzen Sommer über hatte die Tarnung dem Wurm in der Zebraherde Schutz vor Raubtieren gewährt, bevor er durch einen unachtsamen Huftritt sein Leben beenden musste.
© 2008 Hannes Weinberger
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Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
© 2009 Hannes Weinberger
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Die Aufrufe der Tierschützer hatte auch das Weißwursttier zu Gehör bekommen, war sich nun der Gefahr bewusst, gefressen zu werden und hielt sich im hinteren Bereich der Kaufhausregale versteckt. Zusätzlich versuchte es durch eine Tarnung als Giftraupe das Ablaufdatum zu überschreiten, was nicht längerfristig von Erfolg gekrönt war. Nach Wochen im Verborgenen wurde es entdeckt, neu bezettelt und seinem Ende zugeführt.
© 2009 Hannes Weinberger
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Die Fischwanderer
Als die Schlammspringer begonnen hatten das Wasser zu verlassen und ihre Flossen als Beine gebrauchten, folgten ihnen andere Fische nach. Auch sie wollten in der wärmenden Sonne ihre ständig nasse Haut trocknen, geruhsam nach Heuschrecken und Fliegen schnappen und am Rücken liegend den Wolken nachschauen. Nicht nach dem in der Meeresströmung wogenden Seegras stand den Fischen der Sinn, sondern nach duftendem und dem vom Wind bewegten hohen Gras im Schatten eines Baumes.
So auch die Lachse. Unzählige waren auf ihren althergebrachten Wegen vom Meer zum Oberlauf der Flüsse den vielfältigen Gefahren zum Opfer gefallen. Gingen die einen in der Meeresbrandung zugrunde, endeten andere im Rachen größerer Fische, zappelten hilflos in Fischernetzen oder an der Angelschnur um schlußendlich, aufwändig zubereitet, als Delikatesse verspeist zu werden.
Um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden, ergreifen mehr und mehr Lachse den Wanderstab und wählen ihren Weg über Land. Kaum je von einem Menschen erblickt, ziehen sie nachts, meiden Ortschaften wie auch belebte Straßen und ruhen tagsüber. Streunenden Hunden und Katzen begegnen sie wehrhaft mit ihrem Stock, vor Füchsen wissen sie sich inzwischen geschickt zu verstecken und den Hufen grasendem Weideviehs weichen sie aus.
Die Strategie macht sich bereits bezahlt – im gleichen Maße wie in den Netzen der Fischer der Fang abnimmt, erhöht sich die Anzahl der Lachse und läßt sie zuversichtlich in die Zukunft blicken.
© 2009 Hannes Weinberger
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Zutun
überklingt
die Leier
kläffende Mänaden.
© 2009 Hannes Weinberger
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Nicht nur
krumm
auch gerade
glatt und bunt
zeigt sich
erkannt die Irrwurz
© 2010 Hannes Weinberger
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Wem von den Dreien gehört das Cis?
Wohin ist es verschwunden?
Muss es auch Nahrung zu sich nehmen?
Welche Ausmaße hat das Cis?
Ob man/frau es riechen kann?
Kann das Cis einer Funktionsstörung unterliegen?
Wurde der Gencode des Cis bereits zum Patent angemeldet?
Wie schmeckt ein erhaschtes Cis?
Fortpflanzung der Cisse?
Kann sich das Ciswesen selbst hören?
Agiert das Ciswesen nach menschlich, ethischen Gesichtspunkten?
Wie bewegt sich das Cis fort?
Könnte das Cis wieder zum Ursprung zurückkehren?
Unterliegt das Cis der Schwerkraft?
Inwieweit gleicht ein Cis dem anderen? Können Cisse zusammenprallen?
Ist ein einzelnes Cis teilbar?
Kann das Cis andere Himmelskörper erreichen?
Gibt es gute und auch böse Cisse?
Ist das Cis von organisch, biologischen Funktionen bestimmt?
Unterstützen sich Cisse gegenseitig?
Ob ein Cis seine Umgebung wahrnehmen kann?
© 2009 Hannes Weinberger
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© 2010 Hannes Weinberger
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Nachdem der Gartenzwerg als Hüter von Haus und Garten wegen seines kleinbürgerlichen Geruches und des eigenen gehobenen Lebensstiles und zunehmend anspruchvolleren Gartenkultur in Ungnade gefallen war, wurde man auf der Suche nach neuen Adorabilitäten in Form der dekorativen Buddhafiguren fündig. In verschiedenen Formen in jeder Buddha-Devotionalien-Abteilung der Baumärkte leicht zu erstehen, kann damit die auf All Inclusive-Reisen nach Fernost erworbene Weltoffenheit dezent-zurückhaltend mit Nonchalance zur Schau gestellt werden.
Mein Bildstock bietet die Möglichkeit, ohne Anstrengung und je nach Belieben und Tagesverfassung, sich auf Fernost oder biedere Heimatromantik einzustellen – auch sehr zu empfehlen, wenn intellektuell nicht definierter Besuch angesagt ist.
Hannes Weinberger, Nauders, 19. Juli 2013
© 2011 Hannes Weinberger
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Die goldgehörnte Gams der Saligen ist unter eine Lawine gekommen und wurde am Inn angeschwemmt
© 2011 Hannes Weinberger
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Nachdem der Gartenzwerg als Hüter von Haus und Garten wegen seines kleinbürgerlichen Geruches und des eigenen gehobenen Lebensstiles und zunehmend anspruchvolleren Gartenkultur in Ungnade gefallen war, wurde man auf der Suche nach neuen Adorabilitäten in Form der dekorativen Buddhafiguren fündig. In verschiedenen Formen in jeder Buddha-Devotionalien-Abteilung der Baumärkte leicht zu erstehen, kann damit die auf All Inclusive-Reisen nach Fernost erworbene Weltoffenheit dezent-zurückhaltend mit Nonchalance zur Schau gestellt werden.
Mein Bildstock bietet die Möglichkeit, ohne Anstrengung und je nach Belieben und Tagesverfassung, sich auf Fernost oder biedere Heimatromantik einzustellen – auch sehr zu empfehlen, wenn intellektuell nicht definierter Besuch angesagt ist.
Hannes Weinberger, Nauders, 19. Juli 2013
© 2013 Hannes Weinberger
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